Die beiden Unterstützer*innen der Progressiven Sozialen Plattform Simone Lange und Marco Bülow (SPD-Bundestagsabgeordneter) erklären zum Thema Mindestlohn:

Heute legt die zuständige Kommission aus Vertreter*innen von Arbeitgeber*innen, Gewerkschaften und Wissenschaft ihre Empfehlung zur Erhöhung des Mindestlohns ab 2019 vor. Sie empfiehlt eine Anhebung auf 9,19 Euro.

Das ist viel zu niedrig und sogar weniger als das Existenzminimum. Wir müssen den Mindestlohn endlich wieder armutssicher machen. Deshalb plädieren wir aus mehreren Gründen für einen Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde.

Simone Lange: „Wir brauchen eine armutsfeste Grundversorgung und dazu gehört mindestens ein Mindestlohn, der seinen Namen verdient! Für mich gehört dazu aber auch die Bereitschaft, den Mindestlohn ausnahmslos zu zahlen. Das wäre ein erster Schritt in Richtung Armutsvermeidung.“

Marco Bülow: „Der Mindestlohn reicht zum Leben in keinster Weise aus. Das hat unter anderem auch mit den rasant gestiegenen Mieten und Lebenshaltungskosten zu tun. Bei Geringverdiener*innen ist die Anzahl der Aufstocker*innen zum Beispiel kaum gesunken. Das wäre aber umso wichtiger, um Armut besser bekämpfen zu können.“

Vollzeit-Beschäftigte müssen später eine gute Rente bekommen. Die von der Bundesregierung vorgeschlagene Privatvorsorge können sich Geringverdiener*innen in der Regel aber nicht leisten.

Wir brauchen deshalb eine massive Erhöhung des Mindestlohnes. Man kann dabei überlegen, ob die Anhebung regional unterschiedlich erfolgen soll. Nach Berechnungen der Böckler-Stiftung bräuchte man in München zum Beispiel einen Stundenlohn von 12,77 Euro (pro Stunde bei 37,5 Wochenstunden), um nicht aufstocken zu müssen, in anderen Städten etwas weniger.

Wir werden uns für diese 12 Euro einsetzen. Wir fordern ebenfalls die SPD-Spitze und –Regierungsmitglieder dazu auf, das genauso zu tun und die Forderung zu einem wichtigen SPD-Thema zu machen. Olaf Scholz muss zu seinem Wort stehen. Auch er hat die 12 Euro gefordert. Das darf nicht nur im Wahlkampf gelten, sondern auch dann, wenn er als Minister in der Regierung sitzt.